
SKIBERGSTEIGEN -UMWELTFREUNDLICH
von Jörn Hartwig, Naturschutzreferent der Sektion Tegernsee
Wie angekündigt, fanden im vergangenen Winter alle Exkursionen zum Projekt „Skibergsteigen - umweltfreundlich" in unseren heimischen Bergen statt. Deshalb möchte ich dieses Thema zum alleinigen Schwerpunkt dieser Seite machen. Ich halte dieses Projekt für sehr wichtig. Es ist auch ein Bereich, in dem jeder, besonders der einheimische Skitourengeher, für den „Naturschutz" kein Fremdwort ist, durch Vorbild und Aufklärung Auswärtiger einen wichtigen Beitrag leisten kann! Wie wichtig ist nach Neuschneefällen nicht nur aus Sicht der Lawinengefahr die Anlage der Aufstiegsspur!
Umgesetzt können die Erkenntnisse der Exkursionen, die im Wesentlichen geprägt sind durch das immense Fachwissen und aber auch den Realitätssinn von Dr. Albin Zeitler und Manfred Scheuermann, wenn eine möglichst große Anzahl einheimischer und auswärtiger Tourengeher darüber informiert wird. Deshalb versuche ich nun, die wesentlichen Ergebnisse stichwortartig darzustellen.

Die Bodenalm /Foto: Rudi Gritsch
Die Hinweise im Einzelnen:
1. Bodenschneid
- den Bereich nördlich des Bodenschneid-Gipfels meiden
- die Abfahrt zwischen Bodenalm und Valepper Straße nur bei ausreichend Schnee zum Schutz der Waldverjüngung befahren
2. Blankenstein
- Routenempfehlung für den Bereich Riedereck-Alm, -See, Blankensteinsattel, Röthensteinersee: nicht flächig befahren!
- vom Rauhenberg: Abfahrten nördlich des Punktes „1703" meiden
3. Wallberg / Setzberg
- Abfahrten westlich des Sommerweges am Seitenberg meiden, teure Schutzwaldsanierung!
- keine Abfahrten südlich der „Freisinger Skiabfahrt" (z.B. „Lahngraben")
4. Risserkogel / Grubereck (über Ableitenalm)
- im unteren Teil bis Scheueralm am Steig orientieren (Vegetationsschäden bei häufig geringer Schneelage)
- Übergang vom Grubereck zum Risserkogel möglichstganz meiden (alpine Gefahren, empfindliches Überwinterungsgebiet von Rauhfußhühnern, skifahrerisch uninteressant)
5. Schildenstein / Platteneck
- Rücksichtnahme auf die Waldverjüngung bei Verlassen der Rodelbahn im unteren Teil
6. Roßstein / Buchstein / Hochplatte
- im unteren Teil zwischen Schwarzentennalm und Buchsteinhütte möglichst auf Forststraße bleiben -Waldverjüngung!
- Nordflanke von Roß- und Buchstein gar nicht befahren (Lawinengefahr, Rauhfußhühner)
- Westhang der Hochplatte konsequent meiden (Rauhfußhühner)
7. Hirschberg / Silberkopf
- Hinweisen der Übersichtstafel (vermutlich am Rauheck) folgen
- Übergang vom Ost- zum Hauptgipfel entlang der grünen Wegweiser (sehr wichtiges Überwinterungsgebiet für Rauhfußhühner) deshalb auch keine Abfahrtsvarianten (Südhang, Nordhang), Hauptroute o.k.
8. Fockenstein
- Vermeidung des Ostgrates (Sommerweg)
9. Schinderkar / Schinder / Pfaffenkopf
- im Schinderkar sind keine Regelungen nötig, es ist ein hochwertiges Überwinterungsgebiet für die Rauhfußhühner, aber es gibt genug Ausweichmöglichkeiten für sie
- ganz anders ist dies am Pfaffenkopf, dieser sollte von Skitouristen vollkommen gemieden werden, diese Skitour ist absolut naturunverträglich!
Ganz wichtig ist die Tatsache, dass alle unter 1. bis 9.aufgeführten Hinweise auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruhen und keine Verbote darstellen.
Es fand ein Treffen der Kontaktgruppe Tegernseer Tal statt. Diese Gruppe hat die Aufgabe, die Ergebnisse, die oben kurz dargestellt sind, in die Tat umzusetzen. Das fängt an beim Aufstellen der Schilder, wo nötig, und beinhaltet ebenfalls die regelmäßige Beobachtung der Tourengebiete. Ich bin jedem dankbar, der Interesse hat, uns dabei zu unterstützen. Ich habe mich als Ansprechpartner dieser Kontaktgruppe zur Verfügung gestellt, das heißt, ich halte Kontakt zur Projektleitung, bin aber auch gleichzeitig bereit, hier vor Ort jederzeit und jedem detailliertere Auskünfte zu der Thematik zu geben (Telefon 08029/1262).Dieses Thema abschließend möchte ich alle naturliebenden Skibergsteiger und Skifahrer ganz herzlich bitten, zur Umsetzung des Projektes beizutragen.