Bericht des Naturschutzreferenten 2010

Der deutsche Alpenverein, so liest man in der Zeitung, steckt tief in einer Krise, mittlerweile sind der Präsident und sein Stelvertreter zurückgetreten. Neben einem Kommunikationsprblem gibt es aber auch eine Identitätskrise, es geht um die Frage: Quo vadis DAV? Geht es in Zukunft wieder mehr um die klassische Aufgabe des Schutzes des Natur und Lebens raum Alpen oder zunehmende um touristische Erschließung und damit Kommerzialisierung (Beispiel Olympiabewerbung Garmisch Partenkirchen)?

Ich glaube für uns hier vor Ort sollte die Hauptaufgabe sein, den Naturraum unseres lebens und liebenswerten Tgernseer Tales für unsere Kinder zu erhalten und dies vor dem Hintergrund des prophezeiten Klimawandels! Über einen klei nen Schritt dahin möchte ich berichten. Seit über 20 Jahren führt der DAV das Projekt „Aktion Schutzwald“ durch. 2004 wurde am Forstamt Kreuth der 20. Geburtstag der „Aktion Schutzwald“ gefeiert. Ich begleite das Projekt beruflich auch schon seit über 20 Jahren.
Meist pflanzten freiwillige Helfer aus ganz Deutschland eine Woche lang tausende standortgerechte Bäume in verpflichteten Schutzwaldlagen, zum Beispiel am Grüneck. Neben dem guten Gefühl, selbst etwas für den Schutz des Bergwaldes getan zu haben, war es fast immer auch ein sehr geselliges Er eignis, es sind sogar schon Ehen aus solchen Aktionen hervorgegangen! 2010 gab es im gesamten bayerischen Alpenraum 16 solcher Aktionen. Heuer und letztes Jahr hatte diese Aktion Schutzwald hier noch eine ganz besondere sozi ale Komponente, denn die Teilnehmer der Aktion von 2009 waren Patienten des Drogenhilfezentrums in Bielefeld und die Teilnehmer 2010 waren geheilte Patienten der Fachklinik Ca sum bei Bielefeld (siehe auch Bericht im nächsten „Panorama“). Das war auch für mich eine ganz besondere Woche!