Bericht des Wegereferenten 2004

 

Auch im Bergjahr 2004 war wieder viel Arbeit auf den Wegen und Steigen im Tegernseer Tal zu leisten. Vordringlich erschien mir nach dem Ausapern die Begehung der Wolfsschlucht. Dieser Weg wird während unseres Bergsommers sehr viel begangen - nicht immer von bergerfahrenen Personen oder Gruppen. Hier musste auch gleich die Versicherung, insbesondere bei den Erosionsschäden entlang des Steiges, nachgebessert werden.

Um auch ungeübteren Wanderern und Berggehern den Weg auf die Tegernseer Hütte zu erleichtern, habe ich mit meinen freiwilligen Helfern den Weg um den Roßstein herum zur Tegernseer Hütte (als Altweibersteig vielen besser bekannt) hergerichtet.

Weiterhin erwähnenswert ist eine Aktion, die wir zusammen mit Mitgliedern des Verkehrsvereins von Rottach-Egern durchgeführt haben. Vor Jahren hatte man mit Hilfe der bayerischen Forstverwaltung den „Alpenlehrpfad" vom Wallberghaus über die Ost- und Südflanke des Setzberg und den Risserkoglkamm bis zum Risserkoglgipfel eingerichtet. Nach den Jahren hatten die Lehr-Tafeln so erheblich gelitten, dass man zum Teil die Schriften nicht mehr lesen konnte. Daher wurden in einer ersten „schweren" Aktion die Tafeln abgebaut. Bei dieser Gelegenheit haben wir auch den Weg - insbesondere am Risserkoglkamm - ausgeschnitten und von einigen umgestürzten Bäumen geräumt. Die Tafeln haben wir dann zunächst zu unserem (1.) Stützpunkt, der Stufer-Alm gebracht. Dort spendierte der Verkehrsverein eine Brotzeit, die durch Gsangl und Geschichten vom Almerer, dem Trellinger Karl noch erheblich verbessert wurde. Für einige von uns folgte dann der Gang zum 2. Stützpunkt, dem Wallberghaus. Von dort folgten für die „Zaachen" weitere Stationen, so dass die Letzten - wie erzählt wurde - erst um circa 5 Uhr in der Früh das heimatliche Bett wieder sahen.

Im zweiten Einsatz wurden dann im Herbst die restaurierten und teilweise erneuerten Tafeln wieder angebracht, dieses Mal ohne „erschwerende Biwakstationen", aber - wie beim ersten Mal - bei richtigem Sauwetter.

 

Schließlich ist noch hervorzuheben, dass wir pünktlich zur Jubiläumsfeier unserer Tegernseer Hütte am Roß- und Buchstein, den Kletterweg entlang dem Roßstein mit einem neuen Stahlseil gesichert haben. Trotz geringerer Belastung, weil wegen dem Sauwetter nicht die erhofften vielen Besucher kamen, hat es dann zur Jubiläumsfeier seine erste Bewährungsprobe bestanden

Insgesamt war ich mit freiwilligen Helfern 54 mal im Einsatz in unseren Bergen, um den Bewuchs auszuschneiden, die Wege und Steige freizuhalten und zu sichern. Als Dank reichte ihnen die kleine Brotzeit die es meistens gab und die Gewissheit, an der Sicherheit in unseren Bergen mitgeholfen zu haben. Stellvertretend für alle Helfer - auch den Nicht-Alpenvereinsmitgliedern - möchte ich an dieser Stelle meinem Vorgänger im Amt (jetzt wieder hauptamtlich Vater) für seinen Rat und seine Unterstützung und Mitarbeit danken.

Fichtls und der Jeep

 

 

Mein besonderer Dank gilt hier auch ausdrücklich den Mitarbeitern der gemeindlichen Bauhöfe in Bad Wiessee und Kreuth, die mich im abgelaufenen Bergjahr immer bereitwillig und fachkundig unterstützten.

In der Hoffnung, dass es auch die erreicht, für die es gedacht ist, will ich an dieser Stelle noch einen dringenden Appell an alle Bergfreunde und Naturliebhaber richten, dass sie bei ihren Touren und Wanderungen in den Bergen immer die nötige Vorsicht und Weitsicht walten lassen. Für viele Unfälle in den Bergen ist mangelnde Erfahrung und unzureichende Ausrüstung die Ursache - beides musste ich bei Begegnungen am Berg leider immer wieder feststellen, da können unsere Wege und Steige noch so gut in Schuß sein. Allen Mitgliedern unserer Sektion und allen Helfern wünsche ich ein gutes, gesundes und unfallfreies neues Bergjahr 2005.

Euer Ludwig Max Fichtl