
Wofür eine Schutzhütte gut ist
Feier zum 100jährigen Bestehen der Tegernseer Hütte

Abt Johannes von Andechs las die Bergmesse - Alle Fotos: Martin Scheib
Dichte Wolkenschwaden, Wind und ein kühler Regen hatten der Sektion einen Strich durch die Planung der Feier gemacht. Und so wurde die beim Brotzeitfelsen vorgesehene Bergmesse kurzfristig in die Tegernseer Hütte verlegt. Trotz der widrigen Umstände hatten gut 100 Besucher die Mühen des Anstiegs auf sich genommen und so ging es auf der kleinen Hütte bei Messe und Feier recht eng zu.
Ein erstaunlich jugendlich wirkender Abt Johannes von Andechs las die Bergmesse in einem der beiden Gasträume und sagte zu Beginn: „Vielleicht liegt ja der tiefere Sinn für dieses Wetter heute darin, dass wir sehen, wofür eine solche Schutzhütte gut ist“. In der Predigt erinnerte der Abt daran, daß die vielfach auf Berggipfeln stehenden Kreuze nicht nur als ein Symbol des Todes zu sehen seien, sie stünden auch für die Auferstehung. Eine Hütte sei ein Ort, von dem es neu aufzubrechen gelte, „sei es in den Alltag, sei es zum Gipfel“.

Dichte Wolken, Wind und Regen beim Hüttenjubiläum
Robert Staudacher konnte als Vorsitzender der Sektion unter den Besuchern viele Ehrengäste begrüßen, so die beiden Talbürgermeister Josef Bierschneider aus Kreuth und Georg von Preysing aus Gmund. Auch Norbert Schußmann, der zweite Bürgermeister der Stadt Tegernsee war heraufgestiegen. Die Bergwacht vertrat deren Leiter Martin Stumpf. Staudacher begrüßte all diejenigen mit besonderer Herzlichkeit, die sich um die Hütte verdient gemacht hätten, so die ehemaligen Wirtsleute Liesl und Sepp Strobel, die 30 Jahre lang Bersteiger und Haus versorgt hatten, aber auch die ehemaligen Hüttenwarte Hubert Kapfhammer und Martin Motzet. Peter Gloggner senior hatte nicht kommen können. Verdienst um die Hütte erworben haben sich auch der Architekt Wolfgang Schneider, der Bauunternehmer Hans Babl aus Kreuth, Toni Wackersberger und Christof von Preysing. Staudacher dankte auch den Bucher Bauern Kaspar und Hartl Maier fürs Kommen, über deren Grund der Versogungsweg zur Seilbahnstation der Hütte verläuft.

Robert Staudacher begrüßt alle Gäste
Nach einem Rückblick auf die Geschichte des Hauses, in dem die besonderen Verdienste des ehemaligen Vorsitzenden Berni Rummel gewürdigt wurden, meinte Staudacher: „Die Tegernseer Hütte ist heute ein Wahrzeichen des Tegernseer Tals und der bayerischen Alpen. Wir sind stolz auf sie.“ Trotz all der Leistungen und Mühen der Vergangenheit gebe es aber auch in Zukunft noch viel zu tun, um der Hütte ihre Beliebtheit zu bewahren. So sei es angesichts von rund 12.000 Tagesgästen und 1.000 Übernachtungen im Jahr notwendig, etwas für die Verbesserung der sanitären Anlagen zu tun. Besonders bedankt wurden Abt Johannes für seine bewegende Messe und die Esterl Thomas Jagermusi für die musikalische Umrahmung von Messe und Feier.

Der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider hat einen Umschlag dabei.
Glückwünsche und auch Gastgeschenke hatten Norbert Schußmann von der Stadt Tegernsee und Josef Bierschneider von der Gemeinde Kreuth mitgebracht, auf deren Gemeindegebiet die Hütte liegt. Bürgermeister Bierschneider überreichte Staudacher einen Umschlag und sagte dazu: „Da drin ist nicht, wie einige schon gemeint haben, eine Baugenehmigung für ein 300-Personen-Haus, sondern nur ein Stück Papier mit einigen Zahlen drauf. Ich hab‘ mir gedacht, das läßt sich leichter herauftragen.“ Schußmann meinte: “Macht nur die nächsten 100 Jahre weiter so. Dann sehen wir uns zur 200-Jahr-Feier heroben wieder.”
Bericht: Martin Scheib
Weitere Bilder:

Abt Johannes hört zu

Die Thomas Esterl Jagamusi begeleitete nicht nur die Bergmesse

Gemütliches Beisammensein, wenn auch etwas eng

Wenn’s drinnen zu eng wird
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| Sonderseiten im Berggeist 2004 (PDF) | 314.35 KB |