
Naturschutz
Bericht des Naturschutzreferenten 2011
Liebe Sektionsmitglieder,
im vergangenen Jahr haben mich wieder einige Themen im bereich Naturschutz beschäftigt.
Ich beginne mit dem Vorschlag eines Tegernseer Bürgers an den Felsen im Alpbach unter der Baumgartenalm einen Klettersteig zu errichten. Eine erste Begehung hat bereits gezeigt, dass aus Gründen des Artenschutzes (Vorkommen des Wanderfalken), des hohen Aufwandes einer Errichtung bei relativ geringem alpinistischem Wert (nur ca. 200 Hm) und Erschließung eines bisher vollkommen ruhigen Rückzugsgebietes für viele andere Wildtiere ein solches Vorhaben sehr fraglich ist.Trotzdem ein Klettersteig im Tal ein netter Gedanke ist. Dies wäre aber vernünftiger an einem Berg, der eh schon touristisch genutzt wird. Mittlerweile ist das Projekt aus obengenannten Gründen von der Unteren Naturschutzbehörde und dem Grundeigentümer (Bayerische Staatsforste) abgelehnt worden.
Bei der Bergwaldtagung in Bad Tölz vom 7.–9.10.2011 wurde intensiv an der Thematik Naturnutz im Spannungsfeld mit Naturschutz gearbeitet. Hauptschwierigkeit hierbei: Wie kommuniziert man die Probleme, um möglichst viele Natursportler zu erreichen und zu überzeugen? Im Allgäu startet derzeit eine Sensibilisierungskampagne unter dem Titel „Respektiere Deine Grenzen“. Dabei soll die Problematik schon möglichst früh und möglichst vielen Naturnutzern, im Sommer wie im Winter, nahegebracht werden. Wichtig wäre, viele Institutionen und Verbände für diese Kampagne zu gewinnen.
Ein Thema – weniger Naturschutz sondern Haftungsrecht – hat mich auch noch beschäftigt. Skitouren auf Pisten, konkret der Aufstieg über die SuttenAbfahrt zum Rosskopf. Das zunächst ausgesprochene Betretungsverbot seitens der Liftbetreiber ließ sich rechtlich nur für ganz konkrete Situati- onen und zeitlich begrenzte Zeiträume halten. Dennoch haben wir, um die Situation zu entspannen, nach Alternativen gesucht, die für alle Beteiligten gut sind und sind auf einem guten Weg.
Bei allen beschriebenen Problemen ist meines Erachtens die Vernunft jedes Einzelnen im Hinblick auf eine nachhaltige Nutzung unserer Natur der entscheidende Faktor!
Im Übrigen waren die Bielefelder vom Drogenhilfezentrum heuer wieder da und haben äußerst engagiert Schutzwaldsanierungsflächen bepflanzt.
In diesem Sinne wünsche ich Euch einen unfallfreies und erlebnisreiches Bergjahr im Einklang mir der Natur,
Euer Jörn Hartwig
Bericht des Naturschutzreferenten 2010
Der deutsche Alpenverein, so liest man in der Zeitung, steckt tief in einer Krise, mittlerweile sind der Präsident und sein Stelvertreter zurückgetreten. Neben einem Kommunikationsprblem gibt es aber auch eine Identitätskrise, es geht um die Frage: Quo vadis DAV? Geht es in Zukunft wieder mehr um die klassische Aufgabe des Schutzes des Natur und Lebens raum Alpen oder zunehmende um touristische Erschließung und damit Kommerzialisierung (Beispiel Olympiabewerbung Garmisch Partenkirchen)?
Ich glaube für uns hier vor Ort sollte die Hauptaufgabe sein, den Naturraum unseres lebens und liebenswerten Tgernseer Tales für unsere Kinder zu erhalten und dies vor dem Hintergrund des prophezeiten Klimawandels! Über einen klei nen Schritt dahin möchte ich berichten. Seit über 20 Jahren führt der DAV das Projekt „Aktion Schutzwald“ durch. 2004 wurde am Forstamt Kreuth der 20. Geburtstag der „Aktion Schutzwald“ gefeiert. Ich begleite das Projekt beruflich auch schon seit über 20 Jahren.
Meist pflanzten freiwillige Helfer aus ganz Deutschland eine Woche lang tausende standortgerechte Bäume in verpflichteten Schutzwaldlagen, zum Beispiel am Grüneck. Neben dem guten Gefühl, selbst etwas für den Schutz des Bergwaldes getan zu haben, war es fast immer auch ein sehr geselliges Er eignis, es sind sogar schon Ehen aus solchen Aktionen hervorgegangen! 2010 gab es im gesamten bayerischen Alpenraum 16 solcher Aktionen. Heuer und letztes Jahr hatte diese Aktion Schutzwald hier noch eine ganz besondere sozi ale Komponente, denn die Teilnehmer der Aktion von 2009 waren Patienten des Drogenhilfezentrums in Bielefeld und die Teilnehmer 2010 waren geheilte Patienten der Fachklinik Ca sum bei Bielefeld (siehe auch Bericht im nächsten „Panorama“). Das war auch für mich eine ganz besondere Woche!
SKIBERGSTEIGEN -UMWELTFREUNDLICH
von Jörn Hartwig, Naturschutzreferent der Sektion Tegernsee
Wie angekündigt, fanden im vergangenen Winter alle Exkursionen zum Projekt „Skibergsteigen - umweltfreundlich" in unseren heimischen Bergen statt. Deshalb möchte ich dieses Thema zum alleinigen Schwerpunkt dieser Seite machen. Ich halte dieses Projekt für sehr wichtig. Es ist auch ein Bereich, in dem jeder, besonders der einheimische Skitourengeher, für den „Naturschutz" kein Fremdwort ist, durch Vorbild und Aufklärung Auswärtiger einen wichtigen Beitrag leisten kann! Wie wichtig ist nach Neuschneefällen nicht nur aus Sicht der Lawinengefahr die Anlage der Aufstiegsspur!
Zum Thema Neophyten: Springkraut
Zu guter Letzt noch ein rein vegetarisches Thema, es geht um Unterwanderung unserer einzigartigen heimischen Flora durch sogenannte Neophyten, und zwar im speziellen durch das „Indische Springkraut". Das ist eine eingeschleppte Pflanze, die in hohen Stauden wächst und sehr vermehrungsfreudig und hartnäckig ist. Sie hat nicht einmal vor unserem Bergwald haltgemacht!
Darum, liebe Bergfreunde, wenn Ihr unterwegs seid, reisst sie aus (geht leicht) wo Ihr sie seht und erhaltet so unsere typische heimische Florenzusammensetzung. Danke!
